Wie lange in Wien wirklich schon Wein angebaut wird kann nur vermutet werden! Funde beweisen, dass schon die Kelten 400 v. Ch. Weinbau betrieben, und damit der Wein keineswegs eine Kulturgabe der Römer ist, die erst im Jahre 15 v. Ch. hier ein Lager hatten.
Am Nussdorferplatz tummelten sich Kaufleute, Händler, Fuhrwerker und Wäscherinnen die zu dutzenden am nahen Donaustrom ihrer Arbeit nachgingen. Ob dieser strategisch hervorragenden Lage an der Donau, erfuhr Nussdorf einen wirtschaftlichen Aufschwung, der nicht zuletzt dem Weinbau förderlich war.
Wo in einem Hof Wein gekeltert wurde, traf man sich, es wurden ein paar Tische und Sesseln aufgestellt und das eine oder andere Glas Nussberger getrunken. Kaiser Josef II gestatte den Betrieben in einer Verordnung vom 17. Aug. 1784, ausschließlich selbst erzeugten Wein auszuschenken und selbst erzeugte Speisen zu verkaufen. Den Heurigen erkennt man seither daran, dass ein Föhrenbuschen "ausg´steckt" ist. War das Speisenangebot damals noch eher karg und die "Weinbeißer" nahmen sich meist selbst ein Nachtmahl mit, so gibt es heute beim Heurigen ein Buffet das keine Wünsche offen lässt. Bis zur Mitte der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es in Nussdorf noch mehr als 20 Weinbaubetriebe, die in ihren Buschenschanken, und teilweise sogar in leergeräumten Wohnzimmern zur Aussteckzeit ihren Wein ausschenkten. Mittlerweile gibt es in ganz Wien nur mehr ca. 350 Weinbaubetriebe und die Zahl reduziert sich nach und nach. Ja , es war, und ist trotz maschineller Unterstützung die vor wenigen Jahrzehnten noch undenkbar gewesen wäre, keine leichte Arbeit seinen Wein selbst zu keltern, aber ein echter Wiener Heuriger schenkt eben nur Eigenbauwein aus... |

